Spannende Einblicke ins Gärtnerplatztheater

Gruppenbild vor dem Gärtnerplatztheater
Am Sonntag, 10. Juni 2018 hatten wir orchesterübergreifend die Gelegenheit, das Gärtnerplatztheater zu besichtigen. Gabi W. hatte die Führung netterweise für uns organisiert.

Unser Theaterguide berichtet von der Historie des Gärtnerplatztheaters.

Unser Theaterguide berichtet von der Historie des Gärtnerplatztheaters.

13 Spielerinnen und Spieler, teilweise mit Begleitung, trafen sich an diesem sonnigen Sonntagmorgen vor dem Gärtnerplatztheater und warteten gespannt auf die Führung.

Pünktlich um 11 Uhr holte uns unser Theaterguide Herr S. ab und begrüßte uns freudig. Er wusste bereits, dass wir ein Akkordeonorchester sind. Zur Einführung berichtete er uns daher von Produktionen wie ‘Das weiße Rößl am Wolfgangsee’, worin auch Akkordeonspieler vorkamen. Mit beeindruckender Begeisterung erzählte er uns im oberen Foyer von der Geschichte des Gärtnerplatztheaters von seiner Erbauung 1864/65 über diverse Finanzkrisen bis zur heutigen Nutzung. (Ausführliche Details dazu können in der Wikipedia nachgelesen werden.)

Das Gebäude – größer als man denkt

Bevor wir uns auf den Weg machten um weitere Räumlichkeiten zu besichtigen, erfuhren wir, dass das Theatergebäude wesentlich größer ist, als man es als normaler Theaterbesucher vermuten würde. Hinter der Bühne gibt es noch eine Hinterbühne, einen Chor- und einen Ballettsaal, zwei Werkstätten, drei Probebühnen, Materialräume und als Highlight noch einen Orchesterprobensaal.

Um unterwegs die Orientierung zu behalten, erhielten wir einen Gebäudeplan, der die unglaubliche Anzahl an Nebenräumen anschaulich darstellt:

Gebäudeplan des Gärtnerplatztheaters

Gebäudeplan des Gärtnerplatztheaters

Das Herz eines jeden Theaters – die Bühne

Beeindruckende Technik auf der Bühne und Blick in den Zuschauerraum

Beeindruckende Technik auf der Bühne und Blick in den Zuschauerraum

Zunächst machten wir uns auf den Weg zur Bühne, wo Herr S. uns die Technik der Drehbühnen, der Beleuchtung und der aufgehängten Kulissen erklärte. Während wir interessiert zuhörten, konnten wir beobachten, wie die Kulisse für ‘My Fair Lady’ zusammengeschraubt und aufgebaut wurde. Faszinierend!

Da bekommt man richtig Lust, auch mal auf einer solchen Bühne spielen zu dürfen. 🙂

Um die Bühnenbauer bei ihrer konzentrierten Arbeit nicht zu stören, durften wir uns nur in einem sehr begrenzten Bereich bewegen und mussten die Bühne auch schon bald wieder verlassen.

Der perfekte Ort zum Spielen – der Orchesterprobensaal

Probenraum mit experimenteller Deckenkonstuktion

Probenraum mit experimenteller Deckenkonstuktion

Anschließend fuhren wir mit dem Aufzug hoch zum Orchesterprobensaal, der uns am meisten faszinierte. Er besitzt eine außergewöhnliche Architektur, die jedoch von außen nicht sichtbar ist. Nur die unmittelbaren Anwohner können die besondere Form des Daches sehen. Akkustisch wurde der Probensaal so gestaltet, dass nahezu keine Musik nach außen dringt, was von den Anwohnern gelegentlich bedauert wird. Mit Hilfe von der Decke herabhängender Styropor-Elemente wird ständig mit der Akkustik experimentiert, um einen möglichst perfekten Raumklang zu erhalten. Zu gerne hätten wir an dieser Stelle unsere Instrumente ausgepackt und die Akkustik selbst getestet und erlebt. Aber leider ist es nicht möglich, den Raum für eigene Proben anzumieten. Nur das hauseigene Orchester darf diesen Probenraum nutzen. Schade.

Auffallend sind die Klebestreifen am Boden, die einen relativ beengten Raum beschreiben, obwohl der Probenraum an sich sehr großzügig gehalten ist. Unser Theaterguide erklärte uns, dass die Klebestreifen die Größe des Orchestergrabens markieren. Mit dieser kleinen Fläche müssen die Musiker bei Aufführungen auskommen.

Beengte Verhältnisse – der Orchestergraben

Blick vom Zuschauerraum in den Orchestergraben

Blick vom Zuschauerraum in den Orchestergraben

Damit wir uns das besser vorstellen können, fuhren wir hinab in den Zuschauerraum, um den Orchestergraben zu besichtigen. Dort standen neben Stühlen und Notenständern auch Pauken, Flügel und weitere sperrige Instrumente, die von einem Profi gerade zentimetergenau platziert wurden, damit am Ende jede Musikerin und jeder Musiker ausreichend Platz findet. Alles sah ziemlich beengt aus.

Auffallend war die Kamera, die die Bewegungen des Dirigenten filmt und auf Bildschirmen ausgibt, die sowohl von der Bühne als auch von den Technikern auf den Balkonen gesehen werden können. So klappt das perfekte Zusammenspiel zwischen Musik, Sängern und Technik.

Feudal und bequem – der Zuschauerraum

Blick vom Zuschauerraum in den Orchestergraben

Prunkvoller Zuschauerraum

Zuletzt durften wir im Zuschauerraum Platz nehmen und die bequemen Sessel genießen. Im Gegensatz zu den Musikern hat das Publikum sehr großzügig Platz.

Im Zuschauerraum und auf den Balkonen stehen 893 Plätze zur Verfügung. Bei so vielen Menschen ist Brandschutz natürlich ein sehr wichtiges Thema. Herr S. berichtete uns deshalb unter anderem auch von wichtigen Details zum Brandschutz. So sind beispielsweise die Schabracken, die kunstvoll um die Bühne herum drapiert sind, nicht aus Stoff, sondern aus Gips! Wüsste man es nicht, man würde es nicht erkennen.

Nach einer kurzen Fragerunde verabschiedete uns Herr S. herzlich und begleitete uns hinaus. Nach 90 Minuten in angenehm temperierten Räumen empfing uns draußen die heiße Frühlingssonne. Inzwischen hungrig geworden, ließen einige von uns die vielen Eindrücke noch im Garten des Straubingers Revue passieren und ließen den wunderbaren Orchesterausflug damit ausklingen.


Vielen Dank an Elisabeth für die schönen Fotos! Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

 

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